Zai - 7. Buchstabe  des aramäischen Alphabets und zugleich Ziffer 7
Stiftung zum Erhalt und zur Förderung des aramäischen Kulturerbes

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  1. Stiftung beteiligt sich an Aktivitäten zur Rettung von Mor Gabriel

    Die Stiftung hat sich am 23.11.08 mit folgendem Schreiben an die Religionsbeauftragten und Kulturpolitiker aller Bundestagsfraktionen gewandt:

    "Bitte gestatten Sie, dass wir Sie auf eine akute Bedrohung der Religionsfreiheit und der verbliebenen Möglichkeiten für aramäische Sprache und Kultur in der Türkei hinweisen. Das Kloster Mor Gabriel, letztes bedeutendes geistliches und kulturelles Zentrum der Aramäer bzw. der syrisch-orthodoxen Christen in der Türkei, wird mittels juristischer Schritte in seiner Existenz bedroht. Wenn das gelingt, sind Christentum sowie aramäische Sprache und Kultur im ehemaligen aramäischen Kernland, dem Tur Abdin in der Südosttürkei, endgültig verloren.
    Dieser Vorgang unterstreicht die Notwendigkeit des von der Stiftung verfolgten Zieles, unbedingt in der Diaspora etwas für die Bewahrung dieser außerordentlichen Sprache - der Sprache Jesu- und der sie tragenden Kultur zu tun. Es wäre hilfreich, wenn diese Bedrohung zum Anlass genommen werden könnte, im Bundestag diese Frage zu thematisieren.
    Im Anhang sind zwei in der aramäischen Gemeinschaft kursierende Hilferufe [PDF 1, PDF 2] beigefügt, die die Dramatik des Vorgangs verdeutlichen. Wir stehen für evtl. Rückfragen oder eine Abstimmung jederzeit gern zur Verfügung."

    Im Umfeld des Gerichtsverfahrens zum Kloster Mor Gabriel haben wir Abgeordnete des Bundestages aller Fraktionen, insbesondere die sich mit kulturellen und religiösen Fragen auseinandersetzen, über die aktuelle Lage in Kenntnis gesetzt. Wir haben diese Abgeordneten über die Situation der aramäischen Sprache und Kultur informiert und konnten dann feststellen, dass Abgeordnete aller Parteien sich in verschiedener Weise für Mor Gabriel engagierten.
    Am Gespräch das mit den Vertretern der AKTION MOR GABRIEL, am 9. Dezember 2008 im Auswärtigem Amt stattfand, nahm von Seiten der Stiftung und in Absprache mit der Föderation der Aramäer in Deutschland Herr Seltmann teil.

  2. Kleine Anfrage an die Bundesregierung

    Angeregt durch die Stiftung stellte die Fraktion DIE LINKE am 19.12.2008 eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung zur „Situation der 3000 Jahre alten aramäischen Sprache“ (Drucksache 16/11509). Unter folgendem Link http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/115/1611509.pdf finden Sie das Dokument im Internet. Die Antwort der Bundesregierung erfolgte am 9.1.2009 (Drucksache 16/11589), die Antwort der Bundesregierung können sie hier einsehen.

    Aramäische Sprache als wichtiges Kulturgut schützen! unter dieser Überschrift gab Bodo Ramelow, MdB und Religionspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE eine Presseerklärung heraus. Den Text können sie hier abrufen.

  3. Workshop "Lehrmethoden und Lehrmaterial" Februar 2009 in Berlin

    Am 21. Februar 2009 richten die Fundatio Nisibinensis e.V. - Gesellschaft zur Förderung Aramäischer Studien, das syrisch-orthodoxe Lehrer-Kollegium in NRW und die Stiftung zum Erhalt und zur Förderung des Aramäischen Kulturerbes in Berlin einen Workshop zum Thema "Lehrmethoden und Lehrmaterial" aus.
    Das Konzept dafür können sie hier einsehen (PDF-Dokument).

    Wenn sie an diesem Workshop teilnehmen wollen oder uns dazu ihre Ideen und Gedanken mitteilen möchten, können sie uns über die folgende E-Mail Adresse erreichen:
    info@stiftung-aramaeisches-kulturerbe.de

  4. Förderung der 2. Auflage des „Malkuno Zcuro“

    Die Stiftung unterstützt den Druck der zweiten Auflage des „Kleinen Prinzen“ in der von der„ Fundatio Nisibinensis - Gesellschaft zur Förderung Aramäischer Studien e.V.“ besorgten aramäischen Übersetzung mit 2.600,00 €. Mit der Übersetzung des „Kleinen Prinzen“ in Turoyo / Surayt wurde ein wichtiger Weg zur Bewahrung unserer Sprache beschritten. Das findet die volle Unterstützung der Stiftung.

  5. Aufruf zur Sammlung aramäischsprachiger Geschichten, Reime, Spiele usw. aus der Kindheit und für Kinder

    Die Stiftung regt an, durch eine Sammlung von Texten, Geschichten, Gedichten, Reimen, Liedern und Spielen für Kinder dazu beizutragen, dass dieses wichtige Kulturgut der Suryoye erhalten und bewahrt wird. Die Sammlung soll gedruckt und veröffentlicht werden und damit auch eine Grundlage für die Vermittlung unserer Kultur und Traditionen an die künftigen und jetzt heranwachsenden Kinder in der Familie, in der Gemeinde und in der Kindertagesstätte bieten.

    Die Stiftung hat einen Aufruf an alle Suryoye, ihre Gemeinden und Vereine vorbereitet, für den sie sich u.a. um die Unterstützung durch Bischof Aydin bemüht.

    [Aufruf zur Sammlung…>> ]

  6. Förderung eines Wettbewerbs und von Projekten für Kinder und Jugendliche

    Der von der Stiftung in Berlin ausgeschriebene Kinder- und Jugendwettbewerb zur Beschäftigung mit der aramäischen / syrischen Kultur und Geschichte sowie mit der Integration der Aramäer /Suryoye in Deutschland hat leider nicht die erhoffte Resonanz gefunden und konnte daher nicht durchgeführt werden. Die Stiftung erwägt, den Wettbewerb zu einem späteren Zeitpunkt für alle aramäischen Gemeinden in Deutschland auszuschreiben.

    [Wettbewerbsaufruf >> ]

    Die von der Stiftung vorgeschlagene Erarbeitung von Chroniken der aramäischen Familien, die die Ursachen und den Verlauf der Zuwanderung nach Deutschland sowie die Integration und Entwicklung der Familien in der neuen Heimat dokumentieren sollen, bedarf einer längeren Vorbereitung, als ursprünglich angenommen. Vor allem geht es darum, die Bereitschaft der Familien zu wecken, über sich und ihre Geschichte zu sprechen.

  7. Wissenschaftliche Arbeiten an der aramäischen Sprache

    Die Stiftung h ält den baldigen Beginn wissenschaftlicher Arbeiten an der aramäischen Sprache für unabdingbar, um die Grundlagen für die Erarbeitung von Lehrmaterialien und für die Ausbildung von Lehrkräften zu schaffen. Sie hat sich an die Semitistik-Institute der Universitäten Erlangen und Nürnberg gewandt und die Wiederaufnahme eines Turoyo - Wörterbuchprojekts mit DFG-Förderung angeregt.

    Gemeinsam mit den Vertretern beider Institute hat die Stiftung im Januar 2008 im Bundesministerium für Bildung und Forschung Möglichkeiten einer Unterstützung der Forschung an der aramäischen Sprache durch das Ministerium ausgelotet. Solche Möglichkeiten bestehen in der Durchführung von Forschungsprojekten im europäischen Rahmen, was einem europäischen Ansatz bei der Bewahrung und Förderung des Aramäischen entgegenkommt. Die Stiftung ist bemüht, die Entwicklung und Einreichung solcher Projekte durch weitere Universitäten anzuregen.

    [weiterlesen >>]

    Zugleich ist die Vergabe von Stipendien an Studenten des Aramäischen notwendig, um zu beginnen, eine wissenschaftliche Personaldecke aufzubauen, mit der mittelfristig die wissenschaftliche Arbeit an der Aramäischen Sprache und ihrer Entwicklung zu einer modernen Verkehrs-/Standardsprache geleistet werden kann.
    Hier bemüht sich die Stiftung, private Förderer zu finden.
  8. Gewinnung politischer Unterstützung für die Bewahrung des Aramäischen

    Die Stiftung hat im Jahre 2007 Anstrengungen unternommen, politische Unterst ützung für das Anliegen zu gewinnen, Aramäisch in die Charta der europäischen Regional- und Minderheitensprachen aufzunehmen und ihm damit einen anerkannten Status als Minderheitensprache in Europa zu verschaffen. Auf eine entsprechende Aufforderung hin aus dem Bundestag hat die Stiftung Ende September 2007 an interessierte Bundestagsabgeordnete den Entwurf für einen Bundestagsantrag zur Gewährung des Status einer europäischen Minderheitensprache für Aramäisch übergeben.

    [Entwurf eines Antrags an den Deutschen Bundestag >>]
    [Anmerkungen zum Entwurf >>]

  9. Wissenschaftliches Kolloquium "3000 Jahre Aramäisch – Sprache und Kultur"

    Die Stiftung beteiligte sich an dem erfolgreich verlaufenen wissenschaftlichen Kolloquium "3000 Jahre Aramäisch - Sprache und Kultur", das vom "Seminar für Semitistik und Arabistik in der Freien Universität zu Berlin" gemeinsam mit der "Fundatio Nisibinensis - Gesellschaft zur Förderung Aramäsicher Studien e.V." am 19.4.2008 in Berlin veranstaltet wurde. In ihrem Redebeitrag zeigte die Stiftung Wege und Möglichkeiten auf, gemeinsame praktische Schritte zur Bewahrung der aramäischen Sprache und Kultur unter den Bedingungen der Diaspora zu unternehmen.

    [Redebeitrag der Stiftung auf dem Kolloquium >>]